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Beobachtende Augen

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Hindern sie Hunde daran Regeln zu brechen?

Studien zeigten, dass Menschen ihr Verhalten ändern, wenn sie wissen, dass sie beobachtet werden. Interessanterweise tritt dieser Effekt genauso auf, wenn sie in Bilder von Augen sehen: z. B. spenden sie großzügiger (selbst wenn die Bilder sehr klein sind) oder hinterlassen weniger Müll. Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse zeigte, dass beobachtende Augen bei uns Menschen zu einer robusten Verringerung von asozialem Verhalten führen (Watching-Eye-Effekt).

In der Tierwelt herrscht auch eine Tendenz, in Gegenwart von Augen vorsichtiger zu handeln: z. B. nutzen die augen-ähnlichen Flecken von Raupen und anderen Beutetierarten die Sensibilität der potenziellen Raubtiere beobachtet zu werden aus. Silbermöwen beispielsweise nähern sich Nahrung langsamer, wenn ein Mensch sie ansieht.
Der Watching-Eye-Effekt wurde auch bei Schimpansen untersucht, sie reagierten jedoch nicht auf die Augenbilder. Im Gegensatz zu Schimpansen sind Hunde sehr sensitiv für Blicke, sie verwenden Augenkontakt, um kommunikative Absichten und soziale Bindungen zu demonstrieren.
Hunde erwiesen sich daher als ideale Modellspezies, um herauszufinden, welche Faktoren den Watching-Eye-Effekt erzeugen:
Wenn dieser Effekt das Ergebnis einer allgemeinen Tendenz ist, das Risikoverhalten zu reduzieren, sollten sich auch Hunde in Gegenwart von Augenbilder weniger asozial verhalten.
Wenn der Watching-Eye-Effekt hingegen das Ergebnis menschenspezifischer Anpassungen für das Reputationsmanagement ist, sollten Bilder von Augen keinen Einfluss auf das Verhalten von Hunden haben.
Um diese Hypothesen zu testen, wurde ein Futterdiebstahl-Experiment mit 58 Hunden durchgeführt, das aus zwei Versuchen bestand: einem „Darfst“-Test (bei dem
der Besitzer den Hund ermutigte, auf den Boden gelegtes Futter zu sich zu nehmen) und einem „Lass“-Test (bei dem der Besitzer dem Hund verbot, das Futter zu sich zu nehmen). In beiden Tests drehte sich der Besitzer um, nachdem er den Befehl ausgesprochen hatte. Über dem Futter war ein Foto platziert. Bei der Hälfte der Hunde waren auf dem aufgehängten Foto Augen, bei der anderen Hälfte Blumen zu sehen. Zwischen beiden Szenarios wurde dann die Annäherungsgeschwindigkeit zum Futter verglichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hunde nicht langsamer an verbotenes Futter herangingen, wenn sie die Augenbilder sahen. Obwohl Hunde Risikoaversion zeigen, wenn sie von echten Menschen in ähnlichen Situationen beobachtet werden, haben Augenbilder keinen Einfluss darauf, wie vorsichtig sie sich der Nahrung annähern, nachdem ihnen befohlen wurde, das zu lassen. Bilder von Augen verringern die Häufigkeit von asozialem Verhalten bei Hunden also nicht.
Dies kann nicht damit erklärt werden, dass die Hunde nicht verstanden haben, dass ihnen die Nahrungsaufnahme verboten war. Sie zeigten nämlich ein klares Verständnis der vom Besitzer vorgegebenen sozialen Regeln, indem sie in den „Lass“-Tests wesentlich langsamer fraßen als in den „Darfst“-Tests. Sie können Augenbilder auch gut erkennen, da sie menschliche Gesichter wie Menschen verarbeiten: sie können zwischen Gesichtern und Emotionen unterscheiden, selbst wenn ihnen nur Teilbilder von Gesichtern oder isolierte Bilder von Augen präsentiert werden.
Die Tendenz von Hunden, soziale Regeln an bestimmte Menschen zu binden, könnte jedoch eine mögliche Erklärung dafür sein, warum Hunde zwar empfindlich auf soziale Regeln reagieren, aber trotzdem keinen Watching-Eye-Effekt zeigen.
Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um entscheiden zu können, ob der Watching-Eye-Effekt im Zusammenhang mit dem Reputation-Management ein menschenspezifisches Phänomen ist.

Quelle:

Neilands, P., Hassall, R., Derks, F. et al. 2020. Watching eyes do not stop dogs stealing food: evidence against a general risk-aversion hypothesis for the watching-eye effect. In: Sci Rep 10, 1153(2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-58210-4

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2022-08-25T12:37:44+02:00

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