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Hunde und Menschengesichter

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Was macht der Anblick eines menschlichen Gesichtes mit einem Hund?

Gesichter sind von zentraler Bedeutung für die visuelle Kommunikation des Menschen, das menschliche Gehirn ist auf Gesichter spezialisiert. Für Hunde scheinen eher andere Körpersignale informativ zu sein, aber sie achten auch auf menschliche Gesichter: Sie lesen Emotionen von Gesichtern ab und können Menschen allein am Gesicht erkennen. Das kann leicht den Eindruck erwecken, dass unser Hund beim Anblick unseres Gesichts aufmerksam wird.

Aber löst der Anblick des menschlichen Gesichts im Hunde-Gehirn wirklich verstärkte Aktivität aus?

Ungarische und mexikanische Forscher arbeiteten gemeinsam, um die Antwort zu finden, indem sie die Gehirnaktivität der beiden Arten verglichen.

Dies war die erste Forschungsreihe, die direkt und nicht-invasiv die Gehirnreaktionen einer Nicht-Primatenart und der Menschen auf visuelle Reize verglich. Dank der internationalen Zusammenarbeit wurden die Gehirnreaktionen von mehr Teilnehmern als jemals zuvor gemessen. Den teilnehmenden Hunden wurde unter Einbeziehung ihrer Besitzer beigebracht, vollkommen entspannt und reglos im MR-Scanner liegen zu bleiben. Die Möglichkeit die Maschine jederzeit verlassen zu dürfen, war ihnen natürlich sichergestellt.

Zwanzig Hunde und dreißig Personen nahmen an der funktionellen MRT-Untersuchung teil. Die im Gehirnscanner untersuchten Menschen und Hunde sahen sich dabei die gleichen Videos an: Menschen- und Hundeköpfe von vorne und von hinten wurden ihnen gezeigt.
Die Studie offenbarte überraschende Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Gehirnreaktionen von Hunden und Menschen:

📌 Eine wichtige Ähnlichkeit besteht darin, dass es im Gehirn von Hunden und Menschen auch sogenannte „artensensible“ Hirnareale gibt, die kodieren, ob der Beobachter ein arteigenes oder artfremdes Individuum sieht.

Es war nicht die optische Ähnlichkeit der Bildreize, die ähnliche Aktivitäten bei den beiden Arten hervorrief, sondern das, was diese Bilder für den Beobachter bedeuteten. Das heißt: ein Gehirnmechanismus, der nicht für die Darstellung von visuellen Merkmalen auf niedrigerer Ebene, sondern von sozialen Kategorien auf höherer Ebene verantwortlich ist, wurde hier definitiv nachgewiesen.

📌 Ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch darin, dass die Forscher bei Hunden keinen sogenannten „gesichtsempfindlichen” Gehirnbereich (der ein Gesicht vom Hinterkopf unterscheidet) beobachtet haben, während gerade die Gesichter im menschlichen Gehirn eine herausragende Rolle spielen.
Festgestellt wurde damit, dass das menschliche Gehirn wesentliche Aktivität zeigt, wenn es Gesichter von Nicht-Gesichtern (z. B. Hinterkopf) unterscheidet, während das Gehirn von Hunden nur dann ähnliches zeigt, wenn es Arten bzw. Hunde von Menschen differenziert.

Im menschlichen Gehirn zeigt ein umfangreiches Netzwerk Gesichtspräferenzen, und nur ein kleiner Teil davon bevorzugt den Menschen gegenüber den Hunden. Im Gehirn des Hundes gibt es keinen Bereich der Gesichtspräferenz, aber es gibt einen, der den Hund dem Menschen vorzieht.
Für Hunde ist der Anblick eines anderen Hundes folglich viel aufregender als der Anblick eines Menschen.

Gemäß den Ergebnissen dieser Forschungsreihe spielen Gesichter im Gehirn des Hundes also keine so wichtige Rolle wie bei den Menschen. Die visuelle Kommunikation der beiden Arten ist derart verschieden, dass sich das auch in ihrer Gehirnfunktion äußert.

Wir sind damit zum genaueren Verständnis der Gehirnorganisation und der evolutionären Entwicklung sozialer Funktionen einen Schritt näher gekommen.

Quelle:

Bunford, N., Hernández-Pérez, R., Farkas, E. B. et al. 2020. Comparative Brain Imaging Reveals Analogous and Divergent Patterns of Species and Face Sensitivity in Humans and Dogs. In: Journal of Neuroscience. 40(43) 8396-8408.

https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.2800-19.2020

Für diejenigen, die über dieses Ergebnis ein wenig enttäuscht sind: Unser Hund liebt unser ganzes Wesen, denjenigen die/der wir im Gesamten sind, und nicht nur unser Gesicht.

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2022-03-12T00:41:48+01:00

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